Presse



Bürgermeister Thomas Priemer bietet Einblicke in Planung des Verkehrsministerium

20 Kilometer Tunnel? Bürgermeister glaubt, neue ICE-Trasse wird nicht zu sehen sein

RINTELN. Seit Jahren hält die mögliche Neubau-Trasse der Bahn quer durch den Landkreis Schaumburg die Region in Atem (wir berichteten). Bürgermeister Thomas Priemer war Teil einer Delegation von heimischen Hauptverwaltungsbeamten, die bei Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) in Berlin vorstellig wurden. Er glaubt, die Trasse könnte dank eines riesigen Tunnels in Rinteln kaum sehen sein.

Autor Jakob Gokl Schaumburger Zeitung-Landes-Zeitung 28.10.2019

RINTELN. Seit Jahren hält die mögliche Neubau-Trasse der Bahn quer durch den Landkreis Schaumburg die Region in Atem (wir berichteten). Bürgermeister Thomas Priemer war Teil einer Delegation von heimischen Hauptverwaltungsbeamten, die bei Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) in Berlin vorstellig wurden, um Fragen zu beantworten.

Konkret für die Situation in Rinteln konnte Priemer in der jüngsten Ratssitzung teilweise Entwarnung geben. Für ihn steht zwar fest, dass die Umsetzung des Deutschland-Taktes kommen wird, „die Frage ist nur noch, wo und wie“. Ab Sommer 2020 soll ein Bürgerbeteiligungsverfahren laufen. Änderungswünsche sollen dabei aufgenommen werden. Er habe nur eine sehr geringe Sorge, dass die neue Trasse in Rinteln überhaupt sichtbar sein werde, betonte der Bürgermeister. Er hält eine weitläufige Tunnellösung für sehr wahrscheinlich. Angesichts des Milliarden-Volumens, über das man beim Deutschland-Takt spreche, „ist es nicht unmöglich, dass eine teurere Trassenvariante gewählt wird“. Auch eine bis 20 Kilometer lange Tunnellösung hält Priemer explizit für möglich.

Er gehe aber auf jeden Fall davon aus, dass in der Region gebaut werde. Bei der Betrachtung der Neubau-Trasse dürfe außerdem nicht vergessen werden, dass diese auch für den Güterverkehr genutzt werden solle. Und dieser könne nur über eine minimal geneigte Strecke fahren. „Sehen Sie sich das Weserbergland an“, sagte Priemer, „um das zu erreichen müssen sie weit und tief in den Boden.“ Eine oberirdische Strecke sei schon allein physikalisch schwer zu realisieren.

Heinrich Sasse (WGS) konnte den Optimismus des Bürgermeisters nicht teilen. „Wir dürfen den Bürger nicht in falscher Sicherheit wiegen.“ Carsten Ruhnau (SPD) appellierte ebenfalls an den Rat, man müsse in der Sache dennoch wachsam bleiben. Veit Rauch (CDU) betonte, man müsse mit allen Kommunen der Region gemeinsam vorgehen.



Leserbrief zum Bahntrassenausbau im Auetal

Schaumburger Zeitung 26.10.2019


Verfahren wird einige Jahre dauern / Rund 150 Auetaler wollen Neues aus Berlin erfahren

„Wir brauchen einen langen Atem“

Es ist noch nichts entschieden in Sachen Schnellbahntrasse und daher müssen Landkreis, Gemeinde und BI weiter gut zusammenarbeiten und einen langen Atem haben. Außerdem ist Bahnfachwissen gefragt, wie Landrat Jörg Farr bei der jüngsten BI-Versammlung in Bernsen feststellte.

Autor Kerstin Lange Schaumburger Zeitung 18.10.2019

BERNSEN. Nach ihrem Besuch im Bundesverkehrsministerium in Berlin, beim parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann (wir berichteten), haben Bürgermeister Heinz Kraschewski und Landrat Jörg Farr am Donnerstagabend rund 150 Bürgern im Dorfgemeinschaftshaus in Bernsen Rede und Antwort gestanden. Die Bürgerinitiative (BI) Auetal hatte zu dem Termin eingeladen.

„Ich soll Grüße von Herrn Ferlemann ausrichten“, begann Kraschewski. „Sein Postbote wird in den nächsten Tagen nicht arbeitslos.“
Knapp 1000 Protest-Postkarten aus dem Auetal sind bereits bei Ferlemann eingetroffen.

Kraschewski machte noch einmal deutlich, dass es laut Ferlemann bis zu diesem Zeitpunkt absolut keine Vorfestlegung zur geplanten Schnellbahntrassen gebe. Die Tassenalternativen seien noch in der Entwicklung. Noch vor der Sommerpause 2020 solle aber das Bürgerdialogverfahren unter Leitung des Landes Niedersachsen als zuständige Raumordnungsbehörde aufgenommen werden. Ob dann die Tunnellösung oder irgendeine andere Variante bevorzugt werde, sei also völlig offen.

„Mein Optimismus ist zwar grundsätzlich vorhanden, aber ich bin keineswegs naiv. Jegliche Lösungsvarianten sind auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten“, stellte Kraschewski mit Blick auf die sogenannten Vorzeigeprojekte Ferlemanns fest. Darunter zum Beispiel die Bahntrasse Lübeck-Fehmarnbelt, die, wie der Bundesrechnungshof festgestellt hat, viermal teurer ist, als geplant.

„Da kommt natürlich Skepsis auf, wenn man kurz darüber sinniert wird, das Auetal zu untertunneln, ohne dabei die Kostenseite zu betrachten“, so Kraschewski.

Sein Fazit: „Man macht sich durchaus Gedanken – und zwar auch über das Auetal. Wir müssen wachsam bleiben. Die Arbeit der BI und in dem Zusammenhand schließe ich die Arbeit der Gemeinde und des Landkreises ausdrücklich mit ein, darf an dieser Stelle nicht enden. Die Messe ist noch nicht gesungen.“

Das sah Landrat Jörg Farr ebenso: „Es sind noch alle jemals genannten und nicht genannten Varianten möglich. Erst im Bürgerdialog werden diese diskutiert. Insgesamt wird das Verfahren einige Jahre dauern. Da benötigen wir einen langen Atem.“

Zum zeitlichen Ablauf stellte Farr fest, dass auf das Bürgerdialogverfahren ein Planfeststellungsverfahren folgt, um alle Planungen rechtlich einwandfrei zu machen und dann könne es noch ein Klageverfahren geben.

„Eine Abkürzung der Verfahren geht nicht“, so Farr. Man müsse sich aktiv und intensiv mit den vielen Varianten auseinandersetzen.

„Und was können wir jetzt tun?“, fragte Farr und gab die Antwort selbst. Die Bürgerinitiativen müssten weiterarbeiten, ebenso die Lenkungsgruppe, bestehend aus Vertretern des Landkreises, den Bürgermeistern und Vertretern der BI und Verbände.

„Der Landkreis horcht derzeit in andere Kreise, in denen es bereits Bürgerdialogverfahren gegeben hat, wir haben 100 000 Euro bereit gestellt, um uns Fachleute mit Bahnsachverstand und zur juristischen Beratung an die Seite zu holen“, erklärte Farr.

Noch einmal sprach der Landrat den notwendigen langen Atem an. „Wir müssen lautstark sagen was wir denken, aber wir müssen auch fachlich gut aufgestellt sein. Wir müssen aktiv und vorbereitet sein und wissen, dass wir Berlin nicht in Angst versetzen werden“, so Farr.

Es sei gut, dass die BIs und die Bürger so aktiv sind. „Das ist der Landkreis auch“, so Farr.

Im Anschluss wurden, in der Versammlung und auch danach in kleinen Gruppen, noch einige Fragen diskutiert.

Die Aufforderung eines Anwesenden, jetzt müssten alle Reichsbürger werden, schmetterte der Vorsitzende der BI Auetal, Hendrik Steg, schnell ab: „Wir arbeiten demokratisch zusammen.“

Die BI Auetal bleibt weiter aktiv. Derzeit wird ein Info-Flyer erstellt und eine neue „Aktivengruppe“ mit bislang acht Mitgliedern wurde gegründet. Die Aktiven werden Info-Stände und ähnliches organisieren. Außerdem ist für Ende November eine weitere Versammlung im östlichen Auetal geplant. Der Termin wird noch bekannt gegeben.



Bahntrasse: Bürgermeister sieht positive Tendenzen – BI-Vorsitzender eher skeptisch

„Auetal wird nicht zerschnitten“

Nachdem Bürgermeister Heinz Kraschewski in Berlin war (wir berichteten), hat er jetzt in einem Gespräch mit dieser Zeitung seine persönlichen Einschätzungen der Planungen erläutert. Der BI-Vorsitzende, Hendrik Steg, sieht da vieles völlig anders.

Autor Kerstin Lange Schaumburger Zeitung 16.10.2019

AUETAL. Entscheidungen zum geplanten Schnellbahntrassenbau haben Landrat Jörg Farr sowie Bürgermeister Heinz Kraschewski und seine Schaumburger Kollegen nicht mit aus Berlin mitgebracht, aber doch einige neue Erkenntnisse.

„Eine Tendenz ist für uns Auetaler wichtig, nämlich die, dass die oberirdische Streckenführung entlang der A 2 vom Tisch ist und das ist gut, denn das bedeutet, dass das Auetal nicht zerschnitten wird“, stellte Bürgermeister Heinz Kraschewski in einem Gespräch mit dieser Zeitung fest.

Offiziell sollen die Planungen für die möglichen Varianten erst nach Festlegung der notwendigen Taktzeiten im Gesamtfahrplan des Deutschland-Takts beginnen. Aus dem Gespräch beim Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann im Bundesverkehrsministerium sei jedoch deutlich geworden, dass die einzelnen möglichen Planungsvarianten bereits jetzt auf Bundes- und Landesebene zumindest diskutiert werden.

„Alles nicht so schlimm. Dann baut die Bahn halt einen Tunnel. Hendrik Steg Vorsitzender BI Auetal

.

„Das ist bei Betrachtung des zeitlichen Aspekts einer solchen Gesamtplanung aus meiner Sicht auch durchaus legitim“, so Kraschewski.

Positiv überrascht habe ihn, welche Detailkenntnisse auf Ministerialebene über die möglichen Streckenverläufe vorhanden sind.

„Die vielfach geäußerte Befürchtung, in Berlin würde ohne Rücksicht auf die Örtlichkeiten und topografischen Gegebenheiten über den Streckenverlauf entschieden, hat sich für mich nicht bestätigt“, so der Bürgermeister.

Vielmehr sei seitens der beteiligten Planer des Ferlemann-Teams tendenziell deutlich gemacht worden, dass es durchaus verschiedene Streckenalternativen gibt, die alle im Bürgerdialog- und später im Planfeststellungsverfahren zwingend zu untersuchen seien.

Für eine mögliche Streckenführung entlang der A 2 bedürfe es aus Sicht der Planer einer sehr großzügigen Tunnellösung.

„Die für das Auetal vielfach befürchtete oberirdische Trassenführung, mit einer Zerschneidung des Tals als Folge, ist vor dem Hintergrund der maximal zulässigen Steigung von 12,5 Promille absolut ungeeignet“, stellte Kraschewski fest. „Damit steht fest, dass eine oberirdische Streckenführung vom Tisch ist. Das Auetal wird nicht zerschnitten und das ist eine positive Tendenz.“

Das sieht der Vorsitzende der Bürgerinitiative Auetal (BI Auetal), Hendrik Steg anders: „Die Festlegung des Ministeriums auf 300 km/h Hochgeschwindigkeit steht. Ebenso die ,erforderliche‘ Tauglichkeit der Strecke für den nächtlichen lärmintensiven Güterverkehr. Ferner der sogenannte ,Deutschlandtakt‘, der eine maximale Fahrzeit von Bielefeld nach Hannover von 30 Minuten erzwingt.“

Das erfordere eine einfache Dreisatzaufgabe und deren Ergebnis sei der Weg durch das Auetal. Nicht entlang, also unmittelbar neben der Autobahn, denn in deren Verlauf seien die Höhenunterschiede viel zu groß. Der geplante Güterverkehr benötige ebene Strecken mit maximal 12,5 Metern Höhenunterschied auf je 1000 Metern Länge.

„Alles nicht so schlimm, dann baut die Bahn halt einen Tunnel durch das Auetal“, so Steg und fragt gleichzeitig: „Einen Tunnel durch das ganze Auetal? 13 Kilometer lang? Denn so lang ist das Tal von der Bernser Landwehr bis Wiersen. Oder doch nur Teile untertunneln? Und wo würden die Tunnel letztlich enden? Im Deister-Süntel-Tal. Und dann? Der nächste Tunnel durch den Deister? Wer soll das bezahlen?“

Allein schon der Blick auf die Topografie zeige, dass das gesamte Auetal, vom Wesergebirge auf der einen Seite, vom Bückeberg auf der anderen, begrenzt wird.

„Deren Hänge sind von zahlreichen tiefen Zuflüssen zur Bückeburger und Rodenberger Aue durchschnitten. Das Gestein besteht aus Muschelkalk, ist sehr porös und bildet zahlreiche, zum großen Teil noch unbekannte Hohlräume. Die Schillat-Höhle ist eine der wenigen bekannten“, so Steg.

Das werde keine leichte Aufgabe für Tunnelbauer und keine billige Lösung. Bei all diesen kostspieligen Besonderheiten dränge sich doch der Verdacht auf, dass hier nicht ganz mit offenen Karten gespielt werde.

„Topografisch ist die Lösung des Trassenverlaufs entlang der Aue, mitten durch unser Tal, die bei Weitem kostengünstigste. Kaum Höhenunterschiede, allein die Wasserscheide bei Escher müsste durchbrochen werden“, stellte Steg fest. „Wir werden daher fortfahren mit unserem Protest.“

Die Bürgerinitiative wolle Enak Ferlemann für ein Treffen im Frühjahr 2020 einladen.

„Dort müsste sich noch ein freier Termin in seinem Kalender finden lassen. Wir sind dann gespannt auf seine Ausführungen“, so der BI-Vorsitzende.

Hinweis: Am heutigen Donnerstag, 17. Oktober, findet um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Bernsen ein öffentliches Treffen der Bürgerinitiative Auetal statt. Bürgermeister Heinz Kraschewski wird dabei sein und weitere Details von seiner Berlin-Reise berichten.



Personen- und Güterzüge müssen 300 km/h fahren / Landrat und Schaumburger Bürgermeister fordern Infos zur Bahntrasse

ICE-Tunnel unter der A2?

ICE´s mit 300 km/h am Tag und nachts Güterzüge, dafür sollen die Bahnverbindung Hannover-Bielefeld und die Züge künftig ausgelegt sein. Wo die notwendige Bahntrasse verlaufen wird, konnte Staatsekretär Enak Ferlemann den Schaumburger Bürgermeistern und Landrat Jörg Farr noch nicht sagen. Die Planungen laufen.

Autor Kerstin Lange Schaumburger Zeitung 15.10.2019

LANDKREIS. Im Bundesverkehrsministerium hat man festgestellt, dass Züge künftig 300 Stundenkilometer schnell fahren müssen, die vor einigen Jahren festgelegten 250 km/h Höchstgeschwindigkeit würden nicht ausreichen und daher revidiert. ICE´s und Strecken sollen zukünftig auf 300 km/h ausgelegt werden. Neubaustrecken würden so gebaut, dass nachts auch Güterverkehre abgewickelt werden, was besondere Anforderung an maximale Steigungen stellt. Diese dürfen 12,5 pro Mille nicht übersteigen.

Für die Region bedeutet das, dass eine durchgängige oberirdische Führung entlang der Autobahn 2 nicht möglich ist, wohl aber eine weitgehend unterirdisch geführte Tunnelvariante. Auch ein Ausbau der vorhandenen Bahntrasse ist auf ganzer Strecke, im Hinblick auf die Linienführung und bestehende Engpässe in den Orten, nicht wahrscheinlich.

Der geplante Trassenaus- oder -neubau der Bahnstrecke zwischen Hannover und Bielefeld ist in der Region in aller Munde. Über die Planungen lässt das Bundesverkehrsministerium die Bürger derzeit im Ungewissen. Daher haben sich die betroffenen Bürgermeister der Region und Landrat Jörg Farr am Montag auf den Weg nach Berlin gemacht, um Klarheit zu bekommen.

Beim parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, machte Farr deutlich, dass in der Bevölkerung erheblicher Unmut und Verunsicherung auch wegen der Vielzahl genannter Trassenverläufe entstanden sei und die Unklarheiten auch abträglich seien für Planungsentscheidungen der Kommunen und Vorhaben von Investoren. Der Termin in Berlin sollte dazu dienen, den Stand der Planungen des Bundesverkehrsministeriums zu klären.

Ferlemann hat daraufhin ausgeführt, das Ministerium arbeite an dem endgültigen Entwurf (3. Entwurf) des Deutschlandtaktes. Dieser solle im ersten Quartal 2020 stehen. Daraus wäre abzuleiten, welche Geschwindigkeiten zwischen Hannover und Berlin erreicht werden müssten- je nach Streckenverlauf.

Das Ministerium beabsichtige als Kernelement des Deutschlandtaktes, Vorgaben zu sogenannten Kantenzeiten zu machen, insbesondere für Hannover, Bielefeld und Hamm. Ziel sei eine Fahrtzeitverkürzung, die sich nach dem derzeitigen Entwurf auf 30 Minuten zwischen Hannover und Hamm belaufe. Hierbei wird die gesamte Strecke betrachtet. Nach der Vorlage des Entwurfes zum Deutschlandtakt solle das Dialogverfahren durch das Land Niedersachsen beginnen und zwar noch vor den Sommerferien 2020.

Auch die Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers (SPD) und Maik Beermann (CDU) waren bei dem Termin dabei. Auf Anfrage dieser Zeitung gaben sie folgende Statement dazu ab.

„Leider gibt es nach dem Termin mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann weiterhin keine Klarheit über eine präferierte Trassenführung. Es können nach wie vor viele Varianten in Schaumburg in Frage kommen. Auch deshalb ist es begrüßenswert, dass uns erneut ein intensiver Bürgerdialog für das kommende Jahr zugesagt wurde. Darauf dränge ich seit Langem. Im Schulterschluss mit den heimischen Kommunen und Bürgerinitiativen werde ich gegenüber dem Bundesverkehrsministerium weiter die Interessen unserer Region vertreten und auf mehr Informationen drängen“, so Völlers.

„Das Gespräch mit meinem Kollegen Enak Ferlemann hat gezeigt, wie vielfältig die Entscheidungsprozesse seitens des Eisenbahnbundesamtes und der DB-Netz AG sind. Es gibt also noch keinen favorisierten Trassenverlauf sondern alle Möglichkeiten werden ergebnisoffen auf die Umweltverträglichkeit, die Wirtschaftlichkeit geprüft. Als neue Erkenntnis konnte wahrgenommen werden, dass Enak Ferlemann bestätigt hat, dass sollte eine mögliche Neubautrasse durch das Auetal verlaufen, diese nicht zwingend neben der A2 zu verlaufen hat, sondern auch eine Tunnelvariante in die Prüfung aufgenommen wird“, so Beermann.

Die mögliche neue Trasse werde die Politiker in den kommenden zehn Jahren beschäftigen. „Sie können sich darauf verlassen, dass ich als Bundestagsabgeordneter diesen Prozess eng betreuen und kritisch begleiten werde“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete.

Mehr zu dem Thema morgen auf der Lokalseite Auetal.



Schaumburger Zeitung 15.10.2019
Regionalteil Nenndorf/Rodenberg


Fast 300 Auetaler demonstrieren gegen Ferlemanns Neubaupläne

Demo gegen Bahntrasse

Eine Demonstration im Auetal ist schon sehr ungewöhnlich. Gegen die von Enak Ferlemann geplante Neubau-Bahntrasse durch das Auetal hat es am Dienstagnachmittag eine solche gegeben. Etwa 300 Auetaler zeigten ihren Unmut.

Autor Kerstin Lange Schaumburger Zeitung 08.10.2019

REHREN. Mehr als 250 Auetaler haben sich am Dienstagnachmittag zur Demonstration gegen die geplante ICE-Neubautrasse auf dem Schulhof in Rehren versammelt, am Rathaus kamen später noch einige dazu.

„Wir machen heute deutlich, dass die Art und Weise, wie das Bundesverkehrsministerium eine ganze Region in Unsicherheit wiegt, ein absolutes No-Go ist“, stellte die 2. Vorsitzende der Bürgerinitiative Auetal (BI Auetal), Claudia Grimm, fest und begrüßte damit die Demonstranten.

Der Ausbau der Bahnstrecke Hannover–Minden sei bereits 2016 beschlossene Sache gewesen, die jetzt einfach vom Tisch gewischt wurde.

„Wir verlangen den Ausbau der Strecke als natur- und menschenverträgliche Variante. Um die Bahn attraktiver und zukunftsfähiger zu machen, bedarf es keiner Verzauberung durch Hochgeschwindigkeit. Es bedarf keines milliardenverschlingenden halbstündigen Fahrtakts durch Deutschland. Es bedarf der Sanierung und Modernisierung der kaputtgesparten Bahn-Infrastruktur“, so Grimm. Klimaschutz und Kohlendioxid-Ersparnis würden nicht mit Naturzerstörung und Landfraß funktionieren.

„Schluss mit der Zerschneidung von Lebensraum und Fragmentierung von Grund und Boden“, forderte Grimm. Der Klimaschutz und die Kohlendioxid-Ersparnis dienten hier als Pauschalargumente. „Diese Themen sind aber keine Türöffner für Prestigeprojekte. Wir verlangen die Offenlegung von allen Informationen, unter anderem die der Berechnungsformeln, die die Bahn zitiert“, so Grimm. Man verlange nachvollziehbare, transparente Argumente. „Aber neben nackten Zahlen und Fakten verlangen wir den Schutz einer lebens- und liebenswerten Region“, schloss Grimm.

Dann zogen die Demonstranten mit ihren Plakaten durch den „Schäferhof“ zum Rathaus, wo sie von Bürgermeister Heinz Kraschewski begrüßt wurden.

Autor Kerstin Lange Schaumburger Zeitung 08.10.2019

„Eine Demonstration ist schon außergewöhnlich für das Auetal und eigentlich sind Demonstrationen irgendwie immer gegen etwas gerichtet. Hier im Auetal wollen wir den Spieß aber umdrehen“, stellte Kraschewski fest. Gemeinsam sei man für den Erhalt einer intakten, einzigartigen Landschaft, für den Schutz der im Auetal beheimateten Pflanzen und Tiere, die teilweise auf der Roten Liste stehen.

„Wir sind natürlich auch für den Erhalt der Lebensqualität der hier lebenden Menschen, die bereits durch die Autobahn 2 arg gebeutelt sind“, so der Bürgermeister.

Er wolle sich am Montag, 14. Oktober, gemeinsam mit weiteren Schaumburger Bürgermeistern, und mit Landrat Jörg Farr, beim Verkehrsministerium in Berlin ganz klar für den Ausbau der vorhandenen Trasse und gegen einen Neubau aussprechen.

Um dem Nachdruck zu verleihen, bekam der Bürgermeister mehr als 1300 Unterschriften mit auf den Weg, Naturbilder des Hobbyfotografen Marc-André Rehberg, ein Kunstwerk von Gisela Wittman vom Kulturverein Auetal, die ein Bild vom „naturfressenden ICE“ gemalt hat. Das Bild ziert die Postkarten, die in hoher Zahl an Staatssekretär Enak Ferlemann geschickt wurden (wir berichteten).

Am Donnerstag, 17. Oktober, um 19 Uhr findet im Dorfgemeinschaftshaus in Bernsen eine Versammlung der BI statt, zu der alle Interessierten eingeladen sind. Kraschewski wird dann berichten, was er in Berlin erreicht hat.



Autor Kerstin Lange Schaumburger Zeitung 05.10.2019


Autor Thomas Wünsche Schaumburger Zeitung 01.10.2019


Sorge vor Bahntrasse in Eilsen / Großer Andrang bei Infoveranstaltung / Pferd erschreckt Gäste

„Das Monster verhindern“

BUCHHOLZ. Die Sorge vor einer ICE-Neubautrasse wächst auch in der Samtgemeinde Eilsen. Der Bau einer derartigen Strecke entlang der Autobahn 2 würde vor allem Buchholz betreffen. Aber auch auf Luhden, Heeßen und Bad Eilsen könnte die Bahnlinie Auswirkungen haben, meint Hendrik Steg, Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) Auetal. Auf Einladung der Wählergemeinschaft in Buchholz (WiB) stellte Steg gemeinsam mit Mitstreiter Benjamin Weiser seine Sichtweise zu der Trasse vor. Bürgermeister Hartmut Krause (WiB) und Frank Puderbach, Vorsitzender der WiB, waren vom Interesse der Eilsener überwältigt.

Autor Leonhard Behmann Schaumburger Zeitung 27.09.2019

Zu Beginn der Informationsveranstaltungen mussten zusätzliche Bänke im Schützenhaus aufgebaut werden. „Es war jeder siebte Bürger aus Buchholz da“, zeigt sich Krause zufrieden. Es seien aber auch viele Einwohner aus Heeßen, Luhden und Bad Eilsen gekommen.

Landrat Jörg Farr (SPD) machte einmal mehr klar, dass er sich persönlich für einen trassennahen Ausbau einsetzt. „Das die Bahntrasse auch durch Teile der Samtgemeinde Eilsen verlaufen wird, ist eine reale Situation – auch wenn wir im Moment noch nicht wissen, wo genau die Trasse am Ende lang geht“, sagte Farr. Der Landrat kritisierte das Verhalten von Staatssekretär Enak Ferlemann, der mehrere Möglichkeiten für den Verlauf der Bahntrasse durch Schaumburg genannt hatte, als „unmöglich“. „Die Auswirkungen der Bahntrasse sieht man erst, wenn sie gebaut ist, aber die Wirkung setzt schon viel früher ein“, erklärt Jörg Farr. Viele Bürger und Gewerbetreibenden seien verunsichert und würden sich jetzt überlegen, ob sie ihre Gebäude bauen oder sanieren. Kommunen würden sich überlegen, ob sie bestimmte Baugebiete überhaupt noch ausweisen. „Das ist investitionsfeindlich und entwicklungshemmend“, meint der Landrat. Es sei ein Irrglauben, dass die Bahntrasse etwas für die Region bringt. „Neulich hat mir jemand erzählt, wir sollten dafür kämpfen, dass es einen ICE-Halt im Auetal gibt – das ist eine völlige Illusion, wir sprechen hier von einer reinen Transitstrecke“, erzählte Farr.

Hendrik Steg machte deutlich, dass es wichtig sei, sich in der Bürgerinitiative zu engagieren: „Wenn wir auch den Bürgerdialog warten, ist es zu spät. Dann steht die Planung, und wir können uns noch über die Höhe der Lämschutzwände unterhalten.“ Noch könne man etwas bewegen. Den Buchholzern riet Steg, Arbeitsgruppen zu bilden und selbst Protestaktionen zu organisieren. „Gemeinsam sind wir stark und können das Monster verhindern“, sagte der Vorsitzende der BI Auetal.

Nick Büscher, Vorsitzender des Nabu Rinteln macht sich Sorgen um die Umwelt. Wenn die Bahntrasse durch das Auetal an Buchholz vorbei führen würde, habe das große Auswirkungen auf die Bückeburger Aue. „Das wäre eine Katastrophe. Jahrzehntelange Arbeit, die wir in die Renaturierung gesteckt haben, wäre dann umsonst gewesen“, sagt der Buchholzer im Gespräch mit unserer Zeitung. „Für den Bau der Trasse müsste die Aue wohl trockengelegt oder verrohrt werden. Dort, wo jetzt die Aue fließt, ständen dann Gründungsbauwerke“, sagt Büscher. Das hätte auch Auswirkungen auf die dort lebende Gelbbauchunke und den Schwarzstorch. „Wir als Nabu suchen jetzt den Schulterschluss mit der BI Auetal“, erklärte Büscher.

Für große Aufregung sorgte bei den Besuchern im Schützenhaus ein Pferd, das plötzlich in den Vorraum des Gebäudes gelaufen kam. Bänke fielen um, Besucher bekamen Panik. Nach Angaben von Bürgermeister Hartmut Krause sei es unklar, ob das Pferd der Halterin ausgebüxt gewesen war oder ob sie es in das Schützenhaus geführt hat, um es den Gästen der Informationsveranstaltung zu zeigen. Sie plant, das Pferd für eine Protestaktion gegen die Trasse mit Farbe bemalen zu lassen, heiß es.

„Wenn das Tier im vollen Saal durchgegangen wäre, hätte es Verletzte und Tote gegeben“, ist sich Bürgermeister Krause sicher.

„Ich distanziere mich klar von dem Vorfall. Das war keine Aktion der BI“, machte Steg deutlich.



Bedrohtes Idyll: Ein Blick ins Auetal durch die Motorradbrille

AUETAL. Der Auetal-Highway steht bei Motorradfahrern hoch im Kurs. Der „Kurvenkönig“ (www.kurvenkoenig.de) singt im Netz bereits seit Jahren ein Loblied auf eben diese Straße. Sie ist als „Weserbergland – Ederbergland Tour Nr. 1“ Teil einer 163 Kilometer langen Route, die neben dem Auetal auch Bückeburg, Rinteln und Stadthagen touchiert. Wer mit dem Bike nicht rast, sondern gleitet, erlebt die fabelhafte Landschaft zwischen Bernsen und Wiersen mit allen Sinnen. Dabei wird einem glasklar vor Augen geführt, was für eine Sünde eine ICE-Trasse durch dieses Idyll wäre.

Autor Thomas Wünsche Schaumburger Zeitung&Landes-Zeitung 26.09.2019

AUETAL. Vom Auetal wusste ich bis zum Sommer 2019 noch herzlich wenig. Ich kannte es eigentlich nur von der Durchreise. Und auch heute noch sehe ich es – im Wortsinn – am liebsten durch die „Brille“ eines Motorradfahrers, die ich an Wochenenden über den offenen Jethelm schnalle. Genau genommen, kannte ich vom Auetal bis vor Kurzem sogar eigentlich nur ihn, den Auetal-Highway, jene 12,7 Kilometer der Landesstraße 443 zwischen den beiden Landwehren, der Bernser im Westen und der Wierser im Osten. Doch sie haben mir eindrucksvoll offenbart, dass, wie so oft im Leben und erst recht auf dem Motorrad, der Weg das Ziel ist.

Dieses Ziel ist an schönen trockenen Sommersonntagen eigentlich immer das Steinhuder Meer und von meiner Heimatstadt Hameln aus über die Bundesstraße 83 und dann ab Rehren über die A 2 und ab Bad Nenndorf über zwei weitere Bundesstraßen schnell zu erreichen. Schnell, aber eben nicht schön. Denn um wirklich „schön“ unterwegs zu sein, braucht es sie – die Fahrt durchs malerische Auetal.

Dabei ist es wie meist im Leben auch mit der Tour durchs Auetal so: Man ist kein Kolumbus, soll heißen: Ich habe den Auetal-Highway nicht fürs Motorradfahren entdeckt. Der „Kurvenkönig“ (www.kurvenkoenig.de) singt im Netz bereits seit Jahren ein Loblied auf eben diese Straße. Sie ist als „Weserbergland – Ederbergland Tour Nr. 1“ Teil einer 163 Kilometer langen Route, die neben dem Auetal auch Bückeburg, Rinteln und Stadthagen touchiert.

Als Redakteur der Lokalzeitung stand im Sommer nun eine nähere Bekanntschaft mit dem Auetal an. Diesmal nicht in der Freizeit mit dem Motorrad, sondern im dienstlichen Auftrag mit Auto, Notizblock und Kuli. Es ging um journalistische Begegnungen mit vielen der 6400 Menschen in den 16 Orten und Ortsteilen links und rechts der Straße. Es waren Expeditionen ins Unbekannte. Sie haben meine Wahrnehmung des Auetals verändert – und meine Liebe zu dieser Landschaft sogar noch verstärkt. Denn ein Damoklesschwert hängt über ihr und droht sie ein zweites Mal zu zerschneiden. Doch fangen wir von vorne an …

Die Liebesbeziehung zwischen mir und dem Auetal-Highway begann denkbar unglücklich. Anders gesagt: Wir hatten einen schlechten Start. Ich entdeckte ihn eines Tages mit dem Auto angesichts eines Staus auf der parallel laufenden A 2 und ich verfluchte ihn, während ich mich im Stop-and-go Meter für Meter auf ihm voranarbeitete. Jahre später dann, im Motorradsattel, bin ich in den Abschnitt zwischen Bernser und Wierser Landwehr regelrecht verknallt. Jetzt weiß ich, dass der kürzeste Weg ins Glück nicht immer der beste ist.

Denn wenn ich unterhalb der Steinbögen des A 2-Viadukts auf die Landesstraße 443 einbiege, bin ich tatsächlich bereits am Ziel. Das Fischbrötchen im fernen Steinhude ist dann nur noch ein vorgeschobenes Alibi. Das leicht gewellte und von grünen Alleebäumen gesäumte Asphaltband, das jetzt folgt, beschert mir und meiner Yamaha zwölf Minuten pures Glück. Auf dem Motorrad erlebt man die Landschaft viel intensiver als im Auto, man ist buchstäblich näher dran. Der Vierzylinder gleitet bei nur 3000 Umdrehungen flüsterleise dahin. Zwischen den großen Baumkronen tanzen Lichtreflexe auf der Fahrbahn. Die Landschaft links und rechts daneben wirkt ein bisschen, als hätte der liebe Gott beim „Carcassonne“-Brettspiel nur noch Wiesenkärtchen legen und auf jeden der 62 Quadratkilometer gerade mal 100 Einwohner setzen können; die Plättchen mit den Städten waren ihm ausgegangen.

Ein Motorradfreund sagt immer „Auenland“ statt Auetal, wenn wir gemeinsam zwischen Bernsen und Wiersen unterwegs sind. Er zwinkert dann schelmisch mit den Augen und ich weiß: Auenland ist als Kompliment gemeint. Mein Kumpel spielt damit auf die dem Auetal so ähnliche lebens- und liebenswerte Heimat der sagenhaften Hobbits aus den Fantasy-Romanen von J. R. R. Tolkien an – wie das Auetal ist auch ihre Welt von einer fernen Macht bedroht.

Wunderbarerweise verführt der in vielen Abschnitten ohnehin auf Tempo 70 beschränkte Auetal-Highway nicht zum Rasen. Im Gegenteil: Er entschleunigt sogar. Wem auf dem Motorrad die Gashand juckt, der ist auf der nebenherlaufenden A 2 weit besser aufgehoben. Dafür entgeht ihm allerdings, was der Fahrtwind dem im Genussmodus rollenden Biker nebenan an Wohlgerüchen zuträgt. Was ihm stattdessen um die Nase weht, ist Lkw-Diesel und Reifenabrieb. Auch wer verbotenerweise einen überlauten Krawall-Auspuff angeschraubt hat, sollte die Passage zwischen Bernser und Wierser Landwehr besser meiden. Er versündigt sich nicht nur an den Menschen und Tieren, die dort leben. Er bringt sich auch um das Beste: das Muhen der Kühe, das Blöken der Schafe, das Schnattern der Gänse und das Gebell der Hunde.

Wenn ich jetzt, im Herbst 2019, den Highway unter die Pneus meines Motorrads nehme, ist das Erlebnis sogar noch intensiver. Denn jetzt künden die Protesttransparente der „Bürgerinitiative Auetal“ in den Dörfern links und rechts des Weges von der Angst der Menschen, dass diese Idylle durch ein Prestigeprojekt der Bahn zerstört werden könnte. Was Tolkiens Bösewicht Sauron für das fiktive Auenland, das wäre dann Berlins Bahnbeauftragter Ferlemann für das reale Auetal. Ein Verhängnis! Wenn ich jetzt über den Highway fahre, grüße ich jedes Transparent mit einem leichten Kopfnicken – und freue mich, wenn ich immer öfter nicken muss. Erst der Blick vom Motorrad aus hat mir gezeigt, wie schön und verletzlich diese Landschaft ist.



Wunsch nach schnellerer Wiederholung des alle fünf Jahre stattfindenden Erntefestes

Protest ist mitgefahren

Beim großen Erntefest wurde deutlich, was die Auetaler derzeit bewegt – die geplante ICE-Schnellbahn-Trasse.

KATHRINHAGEN. Fröhlich haben die Auetaler ihr dreitägiges Erntefest gefeiert. Auf 51 Wagen sind Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren gemeinsam unterwegs gewesen. Strahlender Sonnenschein trug zur Partystimmung bei und war der Lohn für die Dorfgemeinschaften, die in den vergangenen Wochen viel Zeit damit zugebracht haben, ihre Wagen und Erntekronen fantastisch zu schmücken.

An Bürgermeister Heinz Kraschewski wurde von vielen Auetalern der Wunsch herangetragen, ein solches Fest häufiger zu machen. Doch der Verwaltungschef entgegnete: „Dann würde es etwas Alltägliches werden. Der besondere Reiz einer fünfjährigen Wartezeit wäre weg“, gab Kraschewski zu bedenken, der voll des Lobes für alle Mitwirkenden, Helfer, die Feuerwehrleute für die Absicherung der Strecke und alle Gäste aus dem Auetaler und der Umgebung war.

Was die Auetaler derzeit am meisten bewegt, war auf sehr vielen Wagen zu sehen – die geplante ICE-Schnellbahntrasse durch das Auetal. Im bunten Festumzug ist der Protest mitgefahren. Drei Wagen der Bürgerinitiative Auetal waren dabei, aber auch auf vielen anderen Wagen wurde durch Banner, Plakate und Sprüche die Angst deutlich gemacht, die die Menschen um ihr lebens- und liebenswertes Tal haben.

Autor Kerstin Lange Schaumburger Zeitung 16.09.2019

„Intercity-Ernte-Express – der einzige ICE durch das Auetal“, lautete zum Beispiel das Motto der Borsteler Dorfjugend. „Lieber hoch die Tassen als Neubautrassen“, war das Motto der Bernser Dorfgemeinschaft.



Tolle Preise zu gewinnen / Bürgermeister nimmt kleine Kunstwerke mit nach Berlin

Kinderkunstwerke gegen die Bahntrasse

Malen und basteln für ihr Auetal und dabei noch tolle Preise gewinnen, das machen die Auetaler Grundschüler derzeit. Bürgermeister Heinz Kraschewski wird die schönsten Kunstwerke mit nach Berlin bringen – als Argumente gegen die Schnellbahntrasse durch das Auetal.

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Autor Kerstin Lange Schaumburger Zeitung 12.09.2019

AUETAL. Wie schön und schützenswert die Auetaler Landschaft und ihre Dörfer sind, will der Elternverein der Grundschule Auetal durch die Kinder vermitteln lassen. Bei einem Mal- und Bastelwettbewerb können die Kinder ihren Lieblingsplatz im Auetal malen oder etwas dazu basteln. Das kann der Garten sein, ein Spielplatz, ein Dorf, eine schöne Stelle in der Natur oder das Elternhaus. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, weder bei der Auswahl des Motives noch der Gestaltung oder beim Material, das verwendet wird.

Die Klassenlehrer der Grundschule helfen den Mädchen und Jungen ebenso gerne wie die Eltern, die etwas unterstützen dürfen. „Die Eltern sollen etwas zu den Bildern oder Kunstwerken der Kinder schreiben, damit man auch etwas über den Ort erfährt, den die Schüler abbilden“, erklärte Stephanie Preiss, Vorsitzende des Elternvereins.

Die Idee zu dem Mal- und Bastelwettbewerb hatten der Elternverein und die Bürgerinitiative (BI) Auetal. Unterstützung kam sofort von der Grundschule und dem Auetaler Gewerbeverein.
„Durch die geplante Schnellbahntrasse würde die gesamte Natur im Auetal vernichtet. Das betrifft vor allem unsere Kinder und daher sollen auch sie sich an dem Protest beteiligen können“, begründete Lars Büttner, engagiertes Mitglied der BI Auetal, die Aktion.
Bis Freitag, 20. September, müssen die Bilder oder Collagen der Kinder bei den jeweiligen Klassenlehrern abgegeben werden. Eine Jury wird die besten Werke jeder Klasse bewerten und öffentlich aushängen. Dabei gibt es tolle Preis zu gewinnen, die von Auetaler Gewerbetreibenden und Geschäftsleuten aus dem Umland gespendet wurden. Jeder Teilnehmer bekommt ein kleines Dankeschön.
Die Bilder und Kunstwerke wird Bürgermeister Heinz Kraschewski am Montag, 14. Oktober, mit nach Berlin nehmen, um dort zu zeigen, wie schön und schützenswert das Auetal ist und wie wohl sich die Auetaler Kinder in ihrer Heimat fühlen und weiter fühlen möchten.
Kraschewski hat in Berlin, gemeinsam mit anderen Bürgermeistern der Region und mit Landrat Jörg Farr, einen Gesprächstermin im Verkehrsministerium. Dabei geht es um die geplante Schnellbahntrasse von Bielefeld nach Hannover, die möglicherweise durch das Auetal verlaufen soll. Das wollen alle politischen Vertreter aus Schaumburg verhindern. Sie sprechen sich für den Ausbau der vorhandenen Bahntrasse aus (wir berichteten).
Die Bilder der Kinder sollen mit dazu beitragen, dass die Schnellbahntrasse durch das Auetal verhindert wird.




Ausschnitt aus facebook Marja-Liisa Völlers vom 04.09.2019


Bericht aus der Schaumburger Zeitung vom 30.08.2019


Fahrgäste warten lieber in der Bahn als auf dem Bahnsteig

Die Deutsche Bahn hat eine Vision: Ab 2030 will sie alle Züge ungefähr zur gleichen Zeit eintreffen und abfahren lassen. Alle 30 Minuten sollen außerdem Fernzüge zwischen den 30 größten deutschen Städten verkehren. Immer zur gleichen Minute, wie eine S-Bahn. Die Vision heißt Deutschlandtakt. Aber wie kann so was funktionieren? Darüber haben wir mit einem Mathematiker gesprochen, der Bahnfahrpläne optimiert.

ein Interview von Andreas Loos aus der -ZEIT ONLINE- zum lesen hier klicken


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