Riss gekittet: Maik Beermann trifft sich mit BI Auetal



Maik Beermann (MdB/CDU) sprach mit Aktionistinnen der BI-Auetal

Konstruktive Kaffeepause

Wir pflegen den Kontakt zu unseren Bundestagsabgeordneten und Herr Beermann hatte auch jetzt Zeit für uns. Bei Sommerwetter haben wir uns im Garten unseres Mitglieds im Rat und Kreistag Jörn Lohmann (CDU) getroffen. In entspannter Gesprächsatmosphäre hat Maik Beermann erneut seine Befürwortung des Ausbaus der Bestandsstrecke zum Ausdruck gebracht – aber ebenso nachdrücklich darauf hingewiesen, dass wir uns gut auf den kommenden Bürgerdialog vorbereiten müssen. Neben einiger interessanter neuer Tipps zu möglichen Forderungen, müssen wir uns mit dem roten Tuch des Neubaus argumentativ auseinandersetzen!
Aufgebrachtheit setzt die Faktenlage nicht außer Kraft. Unsere Gespräche mit Vertretern wirklich sehr verschiedener Interessengruppen zeigen, dass uns zu raten ist, sich mit Gedankenspielen wie einem Bahnhof im Auetal (!) oder das bauliche Versetzen der A2 (!) zu beschäftigen, ohne dass wir uns aus dem Konzept bringen lassen. Wir Bürger*innen müssen uns ganz schnell an diese Denkart gewöhnen – denn die Bahn AG wird bei dem Bürgerdialog nicht zu Späßen aufgelegt sein.

Wir können uns glücklich schätzen, dass wir nicht allein dastehen, sondern zusammen mit Kommune, Landkreis, hoffentlich auch lückenlos mit dem Land sowie „unseren“ Bundestagsabgeordneten für den Ausbau der Bestandsstrecke stehen.

Und trotzdem ist einer unserer Ansätze, das Konstrukt Deutschlandtakt in der jetzigen immer wieder dargestellten Form kritisch zu hinterfragen und eine Modifizierung zu fordern!

v.l.n.r: Isi-Doreen Knigge, Jörn Lohmann, Maik Beermann, Christine Gödecke, Claudia Grimm

Tipps im Ringen um die Trasse

Riss gekittet: Maik Beermann trifft sich mit BI Auetal

Quelle Dr. Thomas Wünsche für SZLZ.de vom 28.07.2020

AUETAL. Die Botschaft von Maik Beermann an die Bürgerinitiative (BI) Auetal ist deutlich: „Wenn der Bürgerdialog beginnt, müssen Sie mit Blick auf ihre Forderungen fit sein. Kommt es zum Schlimmsten, müssen Sie einen Joker nach dem anderen ausspielen können!“ Der CDU-Bundestagsabgeordnete hat sich im Rahmen seiner Sommertour mit der BI getroffen:

Die Zusammenkunft, an der für die BI die Vizevorsitzende Claudia Grimm sowie Isi-Doreen Knigge und Christine Gödecke teilnehmen, ist in erster Linie eine vertrauensbildende Maßnahme und dient dazu, gegenseitige Irritationen auszuräumen, die es in der Vergangenheit zwischen Beermann und der BI gegeben hat. Stichwort: der von Beermann bei einem Treffen mit der BI im Dorfgemeinschaftshaus Bernsen ins Spiel gebrachte „Regionalbahnhof“, der ihm – im Nachhinein – den Vorwurf eingetragen habe, eine „Nebelkerze 4.0“ zu zünden (wir berichteten) .

„Das“, so Beermann „war nicht fair.“ Denn wie könne man gemeinsam Front gegen den Neubau der Trasse machen, wenn einem „von hinten in die Beine gegrätscht“ werde. „Werden wir nie wieder tun“, verspricht Grimm. Die BI Auetal habe gelernt, dass sie fortan „professioneller“ agieren müsse – und „weniger emotional“. Damit ist der Riss zwischen ihr und Beermann gekittet.

Pragmatischer Rat des Abgeordneten: Egal, ob es einen trassennahen Ausbau oder einen trassenfernen Neubau der Bahnstrecke geben wird: Die BI Auetal tue gut daran, sich „zu 90 Prozent mit dem ,wie’ zu beschäftigen und maximal zu zehn Prozent mit dem ,ob‘“. „Wenn Sie den Neubau der Trasse auch beim Bürgerdialog nicht verhindern können“, so Beermann, „dann schlagen Sie wenigstens das Beste für sich heraus. Dann müssen Sie alle Ihre Forderungen fix und fertig in der Tasche haben.“ Der Abgeordnete denkt dabei ausdrücklich auch an einen Regionalbahnhof, damit das Auetal, komme es zum Schlimmsten, „wenigstens gut angebunden wird“. Eben das habe nach Beermann in Bernsen – wie berichtet – auch Bahnexperte Rainer Engel der BI jüngst ans Herz gelegt.

„Tour de Maik“: Claudia Grimm (r.) und Christine Gödecke tragen sich in Beermanns Roadbook ein. Foto: tw

Der Abgeordnete: „Ab 2021 oder 2022 müssen auch bei Güterzügen Flüsterbremsen beziehungsweise -achsen eingebaut werden. Dadurch wird sich der Lärm deutlich reduzieren, denn die Güterzüge haben dann die gleiche Technik wie die Personenzüge.“

Darüber hinaus gebe es „Besonders überwachte Gleise“, kurz BüG genannt. Bei diesen Gleisen verpflichte sich die Bahn, sie regelmäßig zu kontrollieren und abzufräsen; auch das reduziere den Lärm. „BüG-Gleise“, so Beermann, „werden üblicherweise dort verlegt, wo es eine starke Wohnbebauung gibt.“ Auch solche Gleise könne und sollte die BI fordern, auch für eine Güterverkehrstrasse. Ein Tipp, für den die BI sich ausdrücklich dankbar zeigt.

Allerdings ist es ihr laut Grimm auch wichtig, noch vor dem Bürgerdialog alle Register zu ziehen und dabei zu überlegen, wie der Deutschlandtakt noch modifiziert werden könnte. Bislang sei der nämlich nur ein Entwurf, über den man jetzt noch trefflich diskutieren könne.

„Es ist uns wichtig, die Themen ,Trasse‘ sowie ,für und wider Deutschlandtakt‘ von jeder Seite zu beleuchten und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“, so die Vizevorsitzende. Mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann klappe das leider nicht, „der schickt uns nur ab und an einen Brief.“

Beermann will Ferlemann zwar nicht in Schutz nehmen, merkt aber an, dass der Staatssekretär nicht mehr zum Arbeiten kommen würde, wenn er sich mit jeder BI treffe, die es in Deutschland gibt und die irgendetwas mit Verkehr zu tun hat. Der CDU-Abgeordnete: „Herr Ferlemann nimmt Termine aber durchaus an, wenn sie von Abgeordneten angefragt werden – und nicht von Bürgerinitiativen.“ In diesem Sinne werde er, Beermann, sich beim Staatssekretär gerne für die BI Auetal verwenden. Auch verfehle die Protest-Post aus dem Auetal ihren Adressaten nicht: „Herr Ferlemann“, so Beermann, „bekommt Ihre Briefe sogar schon privat zu sich nach Hause in Cuxhaven geschickt.“ Da werde kein einziges Schreiben vorher herausgefiltert.

Grimm macht aber auch deutlich, dass die BI Auetal die Wortwahl von Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, bei seinem Besuch Anfang Juli im Stadthäger Kreishaus als „irritierend“ empfinde. Die Vizevorsitzende der BI: „Wir sorgen uns, dass uns das Land Niedersachsen als eine unserer größten Stützen wegbrechen könnte.“

Zumal die BI bislang gedacht habe, dass das Land voll hinter dem Ausbau der Bestandsstrecke stehe. „Haben wir diese Stütze noch?“, fragt Grimm – und gibt die Antwort selber: „Ich weiß es nicht.“ Isi-Doreen Knigge drückt es so aus: „Als BI sind uns inzwischen diplomatische Ohren gewachsen.“ Oft sage ein Politiker etwas, meine aber in Wirklichkeit genau das Gegenteil. „Wir sind als BI jetzt ein Jahr alt und kapieren allmählich, wie es läuft“, so Grimm.



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