Am Dienstag: Die Stunde der Entscheidung für den Bahnausbau



Ministerium präsentiert heute die dritte und endgültige Fassung des Zielfahrplans für den Deutschland-Takt

Am Dienstag: Die Stunde der Entscheidung für den Bahnausbau

RINTELN/LANDKREIS. Diesem Termin haben alle am Thema Bahnausbau Interessierte, insbesondere in den davon möglicherweise direkt betroffenen aus Rinteln und dem Auetal, entgegengefiebert: Am Dienstag wird das Bundesministerium für Verkehr in Digitale Infrastruktur im Rahmen des dritten Schienengipfels die lange erwartete finale Fassung des „Zielfahrplans 2030plus“ vorstellen.

Quelle Johannes Pietsch SZLZ.de vom 29.06.2020

Darin sollen dann endgültig die Anforderungen und erforderlichen Fahrtzeitverkürzungen für die Einführung des sogenannten Deutschland-Takts festgelegt sein. Laut Ankündigung des Bahnbeauftragten der Deutschen Bundesregierung, Staatssekretär Enak Ferlemann, wird dann auch endgültig feststehen, in welcher Zeit Fernzüge zwischen den Knotenbahnhöfen Bielefeld und Hannover verkehren sollen, was dann Rückschlüsse über das tatsächliche Ausmaß des dafür erforderlichen Bahnausbaus oder eben Neubaus zuließe.

Hatte der 2016 veröffentlichte Bundesverkehrswegeplan noch eine Verkürzung um 8 Minuten zwischen Bielefeld und Hannover vorgesehen, so schwenkte das Bundesverkehrsministerium zwei Jahre später mit dem ersten Gutachterentwurf für den Deutschland-Takt völlig um: Inzwischen sollen die Fernzüge von Hannover nach Bielefeld nur noch 31 Minuten benötigen, was eine Verkürzung um 17 Minuten gegenüber dem gegenwärtigen Zustand erforderlich macht. Dabei sollen die ICEs Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern erreichen. Spekuliert wurde seitdem vor allem über den Bau einer Neubautrasse nahe oder entlang der Autobahn A2 durch das Auetal.

Bleibt es in der morgen erwarteten Finalfassung des Zielfahrplans bei den 31 Minuten, so dürfte der 2016 im Bundesverkehrswegeplan veröffentlichte Entwurf einer Neubaustrecke durch die Bückeburger Niederung mit Tunnel durch den Jakobsberg bei Porta Westfalica endgültig zu den Akten gelegt sein: Dieser für nur 230 Stundenkilometer ausgelegten Trasse fehlen nämlich die entscheidenden Minuten für den Deutschland-Takt.

Aus dem Schneider ist Bückeburg damit jedoch nicht, denn rein fahrplantechnisch nach wie vor möglich wäre das Konzept der sogenannten Idaturm-Trasse, die von Stadthagen kommend zwischen Ahnsen und Bückeburg und dann durch einen Tunnel unter dem Harrl nach Süden Richtung Bielefeld führen würde.

Nach Äußerungen von Enak Ferlemann in den letzten Wochen wurden Vermutungen laut, die Neubaustrecke könne auch zunächst durch das Auetal, dann aber nicht bis Bielefeld sondern über Rinteln nur bis nach Bad Oeynhausen führen. Konkret hatte der Parlamentarische Staatssekretär in einem Brief an Mitglieder der Bürgerinitiative Auetal im März diesen Jahres von „zwei zusätzlichen Gleisen für hohe Fahrgeschwindigkeiten zwischen Hannover und Bad Oeynhausen“ gesprochen. In einer schriftlichen Antwort der Presseabteilung des BMVI an unsere Zeitung vom 11. Mai hieß es, für das Fahrtzeitziel von 31 Minuten zwischen Hannover und Bielefeld sei – so wörtlich – „eine komplette Neubaustrecke voraussichtlich nicht erforderlich“.


HINWEIS: Der dritte Schienengipfel mit der Vorstellung des Masterplans Schienenverkehr und der Unterzeichnung des Schienenpakts findet am Dienstag von 12 Uhr bis 13.30 Uhr im Bundesverkehrsministerium statt. Live kann die Veranstaltung als Webstream unter www.zukunftsbuendnis-schiene.de/verfolgt werden.



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