Verhindert dieser Frosch den ICE-Neubau im Auetal? Landtagspolitiker vor Ort



Wegen Plänen für ICE-Trasse: Landtagspolitiker wollen sich am 7. Juli Schutzgebiet im Auetal ansehen

Verhindert dieser Frosch den ICE-Neubau im Auetal? Landtagspolitiker vor Ort

AUETAL. Mit Blick auf den Protest und Schulterschluss gegen den möglichen Neubau einer ICE-Trasse durch das Auetal seitens der Deutschen Bahn AG gibt es für das Schaumburger Land jetzt einen wichtigen Termin: „Am Dienstag, Schaumburg 7. Juli, erwartet der Landkreis Besuch aus dem Niedersächsischen Landtag. „Geplant ist aber darüber hinaus auch, markante Landschaftsabschnitte zu besuchen, die durch einen Trassen-Neubau in ihrem Bestand gefährdet sein könnten“, betont Kraschewski.

Quelle Thomas Wünsche SZLZ.de vom 26.06.2020

So sieht die Gelbbauchunke aus, welche auf ihrer Wanderung vom Bückeberg herab die Schiefe Lanna schon erreicht haben soll. Foto: Kathy Büscher, NABU.

Dabei solle im Kreishaus in Stadthagen zunächst der aktuelle Sachstand erörtert werden. „Geplant ist aber darüber hinaus auch, markante Landschaftsabschnitte zu besuchen, die durch einen Trassen-Neubau in ihrem Bestand gefährdet sein könnten“, betont Kraschewski. Aus dem Auetaler Rathaus seien dazu mit Blick auf eine Visite dieser Abschnitte einige Vorschläge eingereicht worden. Der Bürgermeister: „Es gibt ja die allgemeine Befürchtung, dass, wenn die ICE-Strecke in der Talsohle verlaufen sollte, das NABU-Projekt ,Schiefe Lanna‘ besonders gefährdet sein wird.“ Bei der Schiefen Lanna handelt es sich um einen Bereich oberhalb der Aue, zwischen Bernsen und Borstel. Diese Befürchtung habe die Verwaltung den Landtagsabgeordneten auch mitgeteilt. Ausdrücklich angedacht sei daher, dass die Parlamentarier aus der Landeshauptstadt bei ihrem Besuch am 7. September auch die „Schiefe Lanna“ inspizieren werden.

„Das Besondere am Auetal ist, dass es hier mit Ausnahme einiger Landwirtschaftsflächen fast keinen Flecken Erde gibt, der nicht Landschaftsschutzgebiet ist“, erklärt Rolf Wittmann auf Anfrage der Redaktion dieser Zeitung. Der Vize-Sprecher des NABU Auetal: „Das vergessen viele Menschen oft.“ Der Schiefen Lanna komme dabei sogar eine ganz besondere Bedeutung zu. Dort kämen nicht nur Schwarzstörche vor, die in den europäischen Listen trotz des positiven Populationstrends als „selten“ eingestuft würden. Der Naturfreund und -schützer: „Die Schiefe Lanna ist vor allem ein ,Trittstein‘ für das von der EU geförderte und sehr umfangreiche Gelbbauchunken-Projekt.“ Es diente der Vernetzung von Biotopen untereinander und damit der Stabilisierung der Bestände.

Konkret bedeute das: „Die Gelbbauchunken sollen vom Bückeberg, wohin sich die letzten Exemplare zurückgezogen haben, in ihr angestammtes Gebiet links und rechts der Aue zurück gelockt werden.“ Zwischen der Schiefen Lanna und der Aue liege mit der Borster Tonkuhle obendrein ein Naturschutzgebiet. Die Tonkuhle biete den Gelbbauchunken einen weiteren Trittstein. „Dort“, sagt Wittmann, „sind die Tiere bereits angekommen.“ Er selbst vermute aber, dass die Gelbbauchunken auch schon die Schiefe Lanne erreicht haben. Es könne nur noch ein wenig dauern, bis man sie im Gelände tatsächlich sehe.

Zurück zum Auetaler Gemeinderat: Im Rahmen des jüngsten Treffens erinnerte Kraschewski auch an einen Bericht in dieser Zeitung, demzufolge es zum Ende des ersten Halbjahres 2020 entgegen den ursprünglichen Planungen des Bundesverkehrsministeriums noch „keine verlässliche Aussage über die künftige Taktung geben wird“. Was insofern misslich sei, als man aus dieser Taktung ableiten könnte, welche baulichen Anforderungen an eine Alt- oder Neubaustrecke gestellt werden. „Da“, so der Bürgermeister, „werden wir also wohl noch lange drauf warten müssen“.

Doch wie auch immer: Jetzt hofft Kraschewski vor allem auf eines: nämlich, dass beim Besuch der Landtagsabgeordneten am 7. Juli richtig schönes Wetter herrscht – und die Schönheit des Schutzgebietes um die Schiefe Lanna so richtig rüberkommt.

Informationen zum „Gelbbauchunken-Projekt“  im Auetal – „LIFE BOVAR“



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