Deutschlandtakt: Doch keine Klarheit nach dem 30. Juni?



Ministerium will bei Schienengipfel dritten Entwurf des Zielfahrplans für den Deutschland-Takt vorlegen

Deutschlandtakt: Doch keine Klarheit nach dem 30. Juni?

RINTELN. Neben den vielen Unklarheiten und unbeantworteten Fragen rund um das Bahnprojekt Hannover-Bielefeld steht ein Termin mittlerweile fest: Am 30. Juni diesen Jahres will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer im Rahmen des für diesen Tag anberaumten Schienengipfels den dritten Entwurf des Zielfahrplans für den Deutschland-Takt vorlegen.

Autor Johannes Pietsch für SZLZ.de vom 15.06.2020

Ob dann jedoch – wie vor allem in Rinteln und Umgebung erhofft – endgültig Klarheit darüber herrscht, in welcher Zeit Fernzüge zwischen den Bahnhöfen Hannover und Bielefeld verkehren sollen, um die Anforderungen des Deutschland-Takts zu erfüllen, und welche Streckenaus- und Neubauten tatsächlich dafür erforderlich werden, scheint erneut fraglich.

Denn wie aus Kreisen der Initiative Deutschland-Takt, die sich seit zwölf Jahren für die bundesweite Einführung eines integralen Taktfahrplans einsetzt, bekannt wurde, soll die Abstimmung mit den Aufgabenträgern des Schienenpersonenverkehrs und den Bundesländern in den sogenannten Akteurskonferenzen, früher auch unter dem Begriff Regionalrunden bekannt, erst danach erfolgen. Damit würde die dritte Fassung des Zielfahrplans ebenfalls nur den Status eines Entwurfs erhalten und nicht – wie seit Monaten vom Bundesverkehrsministerium und insbesondere von dem für den Bahnausbau zuständigen Staatssekretär Enak Ferlemann angekündigt – den eines gültig feststehenden und verbindlichen Fahrplans.

Somit scheint das Bundesverkehrsministerium die Quadratur des Kreises anzustreben: Einerseits soll die dritte Fassung des Zielfahrplans nur die Basis für weiterführende Diskussionen in den Akteurskonferenzen darstellen, zugleich aber auch die Grundlage für konkrete Planungen schaffen.

Denn der Auftrag zur Planung der Neubaustrecke Hannover-Bielefeld soll – auch das betonte Staatssekretär Ferlemann immer wieder und zuletzt erst im März in seinem Brief an die Mitglieder der Bürgerinitiative Auetal – unmittelbar im Anschluss an die Veröffentlichung des dritten Zielfahrplan-Entwurfs an die DB Netz AG erfolgen. Konkret würde das bedeuten, dass weiterhin die 31 Minuten Fahrzeit im Zielfahrplan stehen bleibt, die DB Netz AG jedoch mit einer weniger aufwendigen und dadurch auch weniger kostspieligeren Vorzugsvariante in den Planprozess startet.



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