Ein Osterei von Ferlemann


Profi Ferlemann weiß wie man’s macht: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Nichts ist gewonnen, was nicht schon bekannt war. Die Beruhigungspille „nicht durch das Auetal“ ändert nichts daran, daß eine Hochgeschwindigkeitstrasse durch diese Region geplant wird. Eine Neubautrasse mit erheblichster Natur-, Umwelt- und Lebensraumzerstörung im Namen einer zurechtgerechneten Mobilitätswende, in der Hoffnung, die gesetzten Klimaziele einhalten zu können. Einerlei ob durch’s Auetal, um’s Auetal, um’s Auetal herum oder im Bereich des Auetals – wir fordern den Ausbau der Bestandsstrecke statt den Neubau einer Prestige-Trasse! Das Jahrhundertprojekt Deutschlandtakt darf nicht für solche Neubauprojekte vorgeschoben werden; denn die Frage bleibt, wieviel Natur ist der Bahn zu opfern? Und wann macht es Sinn, eine Verbesserung einen Gang herunterzuschalten und einen Deutschlandtakt mit dem Ausbau der vorhandenen Infrastruktur umzusetzen!

Ferlemann: „Wir müssen durch diese Region.“
Ferlemann bestreitet, sich auf eine der Varianten festgelegt zu haben. Alle Möglichkeiten seien in der Diskussion – der vierspurige Ausbau ebenso wie zwei neue Gleise. Selbst der umstrittene Tunnel durch den Jakobsberg sei nicht vom Tisch. Nachdem ein Neubau von Löhne über Hameln verworfen wurde, sei allerdings eines sicher „Wir müssen durch diese Region“.

Für diese Region bedeutet das, daß eine durchgängige oberirdische Führung entlang der A2 nicht möglich ist, wohl aber eine weitgehend unterirdisch geführte Tunnelvariante.
MdB Beermann: „Als neue Erkenntnis konnte wahrgenommen werden, daß Ferlemann bestätigt hat, daß, sollte eine mögliche Neubautrasse durch das Auetal verlaufen, diese nicht zwingend neben der A2 zu verlaufen hat, sondern auch eine Tunnelvariante in die Prüfung aufgenommen wird.“
MdB Völlers: „Es können nach wie vor viele Varianten in Schaumburg in Frage kommen.“

Bürgermeister Kraschewski: „Das Auetal wird nicht zerschnitten.“
Eine Tendenz ist für uns Auetaler wichtig, nämlich die, daß die oberirdische Streckenführung entlang der A2 vom Tisch ist. Und das ist gut, denn das bedeutet, daß das Auetal nicht zerschnitten wird.
Aus dem Gespräch bei Ferlemamm sei deutlich geworden, daß die einzelnen möglichen Planungsvarianten bereits jetzt auf Bundes- und Landesebene zumindest diskutiert werden.

Landrat Farr: „Wir brauchen einen langen Atem.“
Es sind noch alle jemals genannten und nicht genannten Varianten möglich. Erst im Bürgerdialog werden diese diskutiert. Insgesamt wird das Verfahren einige Jahre dauern. Wir brauchen einen langen Atem.

Bürgermeister Priemer und der 20 Kilometer Tunnel
Bürgermeister Priemer aus Rinteln hat aus dem Besuch bei Ferlemann die Erkenntnis mitgenommen, daß in dieser Region auf jeden Fall gebaut werde.

Wir bleiben gemeinsam aktiv – in diesem Sinne FROHE UND GESUNDE OSTERN!


Staatssekretär Ferlemann: Neu gebaute Bahntrasse dürfte „kaum in Betracht kommen“

Gute Nachricht: Staatssekretär hält ICE-Trasse durch Auetal für unwahrscheinlich

Quelle SZLZ.de vom 08.04.2020

AUETAL. Gute Nachrichten für das Auetal: Der parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann, hat sich in einem Brief an die Aktionsgruppe „Auetal in Not“ gewandt. Der Inhalt dürfte viele Bewohner freuen. Erstmalig nimmt Ferlemann darin nämlich explizit und recht eindeutig Stellung zum Verlauf einer möglichen Neubautrasse. Allerdings bringt er gleichzeitig die Möglichkeit eines Tunnels ins Spiel.

„Ich kenne das Auetal und kann daher Ihre Bedenken gut nachvollziehen. Nach meiner Einschätzung dürfte eine neue Eisenbahntrasse durch das Auetal aufgrund der Topografie (das Auetal liegt sehr hoch) und der sehr aufwendigen Ausgleichsmaßnahmen für die Kompensation von Flächeninanspruchnahmen kaum in Betracht kommen“, zitiert Lars Büttner aus dem Brief von Staatssekretär Ferlemann.

Büttner ergänzt stellvertretend für die Gruppe: „Mit dieser klaren Aussage des zuständigen Staatssekretärs gegen eine ICE-Strecke durchs Auetal ist die Kuh noch lange nicht vom Eis, aber dieses eindeutige Statement stellt für uns einen richtungsweisenden Fortschritt im Entscheidungsprozess dar. Diese Rückmeldung von Herrn Ferlemann gegen eine Trasse durch das Auetal ist für uns eine Bestätigung für das Engagement aller in dieser Angelegenheit Aktiven, und es zeigt uns, dass steter Tropfen wohl doch den Stein höhlen kann. Wir sind bei aller Vorsicht und Skepsis verhalten optimistisch über die erfreulichen Nachrichten aus Berlin, zumal wir wissen, dass Herrn Ferlemanns Worte im Ministerium ein sehr großes Gewicht haben. Wir wissen aber auch, dass dieses Schreiben alles andere als ein Freibrief für das Auetal ist.“

Noch im Oktober des vergangenen Jahres hatte sich der Parlamentarische Staatssekretär nur sehr zurückhaltend und vage zu den Plänen einer möglichen ICE-Neubaustrecke durch das Schaumburger Land geäußert. Und zwar, ohne konkrete Aussagen zu möglichen Streckenführungen zu machen. „Dies ließ uns somit gar keine andere Wahl, als unseren Protest gegen diese Trasse durch unsere schützenswerte Naturlandschaft fortzusetzen“, berichtet Martin Niemeier von der Aktivengruppe „Auetal in Not“.

Zahlreiche Aktionen, wie Briefe an Bundes- und Landespolitiker, ein versendeter Bildband über die Auetaler Protestbanner, ein Protestlied, eine eigene Homepage und vieles andere mehr, haben die Mitglieder dieser Gruppe mittlerweile in der Furcht um ihre Heimat auf den Weg gebracht.

Diese vielfältigen Protestaktionen der Auetaler Aktivengruppe „Auetal in Not“, die sich ebenso wie die Bürgerinitiative (BI) Auetal gegen eine ICE-Neubautrasse durch das Auetal und für einen Ausbau der Bestandsstrecke engagiert, tragen nun offenbar erste zarte Früchte. Zumindest aber hat Berlin auf die Aktionen dieser Gruppe nun konkret reagiert.

Denn nach Zusendung weiterer Protestbriefe an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Stephan Weil und Verkehrsminister Andreas Scheuer, jeweils inklusive eines Geschenkpakets mit einem Natur- und einem Kulturführer, die die Schutzwürdigkeit des schönen Schaumburger Landes herausstellen sollten, wandte sich nun Staatssekretär Ferlemann persönlich mit einem zweiseitigen Brief an Büttner und dessen Mitstreiter von Initiative.

Für Susanne Handt von „Auetal in Not“ steht fest, dass dies für alle Aktiven nur bedeuten könne, die vielen guten Aktionen gegen eine Trasse durchs Auetal unbedingt fortzusetzen und die Kräfte für eine gute Lösung – nämlich den Ausbau der Bestandsstrecke – weiter zu bündeln.

Des Weiteren bestätigt Ferlemann in seinem Schreiben, dass es ihm wichtig sei, dass der Planungsprozess von einem frühzeitigen Bürgerdialog begleitet werde. Und er führt weiter an, dass es derzeit keine Vorfestlegung auf eine der denkbaren Trassenvarianten gebe. „Aus dieser Formulierung entnehmen wir jedoch auch, dass es mittlerweile ausgearbeitete Trassenvarianten geben muss“, stellt Martin Niemeier fest, „die aber wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen des Bürgerdialogverfahrens veröffentlicht werden sollen.“

Als eine der denkbaren Varianten weist Ferlemann in seinem Schreiben allerdings auch auf eine Bündelung von ICE-Trasse und A 2 hin. „Bei einer Trassenführung in Bündelung mit der Bundesautobahn 2 verliefe die Strecke im Bereich des Auetals daher vermutlich in einem längeren Tunnel“, so Ferlemann.

Diese Tatsache begründet er mit den verkehrlichen Anforderungen an die neue Trasse, die sowohl für hohe Fahrgeschwindigkeiten ausgelegt sein müsse, aber aufgrund der Eignung für Güterzüge nur geringe Steigung aufweisen dürfe.

Den Auetaler Aktiven bleibt momentan nichts anderes übrig, als ihre Hoffnung in die aktuellen Aussagen aus Berlin und in das versprochene Bürgerdialogverfahren zu setzen sowie gleichzeitig am intensiven Engagement gegen eine Neubautrasse und für die Bestandsstrecke festzuhalten.

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