Bahnhof Auetal: Abgeordneter Beermann erläutert seine Vision


Nebelkerze 4.0 oder doch Haltesignal?

Bahnhof Auetal: Abgeordneter Beermann erläutert seine Vision

AUETAL. Der heimische Bundestagsabgeordnete Maik Beermann (CDU) reagiert auf die gegenüber der Presse geäußerten Vorwürfe, seine Idee von einem Bahnhof für Regional- und S-Bahnzüge im Auetal sei nur eine „Nebelkerze 4.0“.

AUETAL. Beermann hatte im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative (BI)-Auetal im Dorfgemeinschaftshaus in Bernsen in der vergangenen Woche zum Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz erklärt, dass man darauf vorbereitet sein müsse, auch etwas Positives aus der Entwicklung um den Aus- beziehungsweise Neubau der Bahntrasse Hannover-Bielefeld zu schlagen, wenn es tatsächlich zum Neubau kommen würde (wir berichteten).

„Natürlich wäre es einfach, mich hinzustellen und allen nach dem Mund zu reden und dafür dann viel Applaus zu ernten“, so Beermann. Aber dieses sei, so lange er politisch aktiv ist, noch nie sein Ansatz gewesen. „Wenn etwas nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle, dann habe ich bisher immer versucht, trotzdem noch etwas Vernünftiges herauszuholen“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete.

„Man muss in den kommenden Verfahren darauf vorbereitet sein, gegenüber dem Verkehrsministerium und der Bahn klare Forderungen auch in diese Richtung formulieren zu können“, so Beermann.

Weiter argumentiert Beermann seine vorgebrachte Idee eines neuen Haltepunktes als Punkt im Forderungskatalog: „Die Trasse Minden/Bückeburg/Kirchhorsten ist im Berufsverkehr völlig überlastet, Parkmöglichkeiten sind nur unzureichend vorhanden.“ Eine Entlastung sei aus der Sicht Beermanns dringend notwendig, um den Berufsverkehr weiter attraktiv zu gestalten und die CO2-Ziele zu erreichen. „Der Verkehrsinfarkt auf der Autobahn 2 ist doch schon Realität. Die Vielzahl, der Berufspendler muss daher auf die Schiene. Ein weiterer Halt könnte hier die Lösung sein. Wer ist denn nicht für mehr CO2-Reduzierung und weniger Umleitungsverkehr von der A2? Der Ausbau von Landschaftsschutzgebieten zu Naturschutzgebieten mag für den Artenschutz wichtig sein, reicht alleine jedoch nicht aus, um dauerhaft CO2 zu reduzieren“, so Beermann weiter.

Zudem müsse man auch dieses im Einklang mit unterschiedlichen Interessengruppen bringen. Ebenso ist sich Beermann mit Bürgermeister Heinz Kraschewski einig, dass man mit einer reinen Verhinderungsplanung nicht auf offene Ohren im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), als auch bei der Deutschen Bahn stoße.

Für Beermann ist die A2 eine der größten verkehrlichen „CO2-Schleudern“ Deutschlands und diese ginge nun mal direkt durchs Auetal und andere Teile Schaumburgs. „Durch einen Regionalbahnhof im Auetal könnte somit nicht nur konkret CO2 und Feinstaub deutlich reduziert werden, es würden auch Staus, Unfälle und die zuvor benannten Umleitungsverkehre vermieden werden“, ist sich Beermann sicher. „Mir geht es doch gar nicht um einen ICE-Halt im Auetal, sondern um Regio- beziehungsweise S-Bahn-Verkehr.“

Um dieses konkret mit Zahlen zu unterlegen, sollten aus Sicht von Beermann Verkehrszählungen an den Autobahnauffahrten und -abfahrten bei Bad Eilsen, Rehren und Lauenau zu den Berufspendlerzeiten morgens und abends beantragt werden. Ferner zeigt sich Beermann davon überzeugt, dass auch viele Pendler aus Rinteln, Bad Eilsen und Hessisch Oldendorf dieses Regio-Angebot nutzen würden.

„Das ist doch dann ein deutlicher Mehrwert für viele, wenn es zum Beispiel in Rehren einen zentralen Regio-Bahnhof für das Auetal, Bad Eilsen, Rinteln und Hessisch Oldendorf geben würde“, ist sich Beermann sicher.

Der CDU-Politiker meint zudem, dass es sich bei einer solchen Vision auch um ein Demografie-Projekt handele. „Man würde für Pendler ein noch attraktiveres Wohnumfeld durch eine gute Infrastruktur schaffen. Man würde die Landflucht eindämmen und könnte so der Überalterung entgegenwirken“, so Beermann.

Ebenso verbindet der heimische Bundestagsabgeordnete eine deutliche Sicherung von Arbeitsplätzen vor Ort und die Stärkung der regionalen Wirtschaft mit einem solchen Projekt. Man würde dem Fachkräftemangel durch eine bessere Erreichbarkeit entgegen wirken können: „Die Menschen kommen dann auch aus Hannover per Zug gependelt, wenn sie wissen, dass sie die A2 meiden können. Das wäre doch ein echter Standortvorteil, zumal das Auetal bereits mit schnellem Internet versorgt ist“, fasst Beermann einige Gründe für seine Idee zusammen.

„Wir kommen gemeinsam nicht weiter, wenn man nur schaut, wie es nicht geht, statt an Lösungen zu arbeiten. Ich habe mich auch für den Ausbau der Bestandstrasse positioniert – aber noch mal: Wir sollten einfach nur gut für das Bürgerdialogverfahren gewappnet sein und da sollte man gegebenenfalls alles mit ins Spiel bringen, was die Region voranbringen kann“, so Beermann abschließend.

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