Neubau unabhängig vom Ausbau


Bahn baut für acht Millionen Euro neue Brücke über die Aue im Bereich Evesen

Neubau unabhängig vom Ausbau

BÜCKEBURG. Die Bahn wird die Bahnbrücke über die Aue zwischen Bückeburg und Minden erneuern. Rund acht Millionen Euro wird der Neubau kosten. Mit der Einrichtung von Baustraßen beidseitig der Bahnlinie im Bereich Evesen-Dankersen ist bereits begonnen worden. Bis Ende 2020 soll der Bau abgeschlossen sein, der gut einen Kilometer umfasst und diesseits und jenseits der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen liegt. Der Neubau hat daher auch den Titel „Grenzaue“. Wie die zuständige Genehmigungsbehörde feststellt, ist der Neubau nicht Bestandteil der Ausbaustrecke (ABS) Hannover–Bielefeld.

Die Bahnbrücke über die Aue zwischen Bückeburg und Minden wird erneuert. Rund acht Millionen Euro sind für den Neubau veranschlagt, der Ende 2020 fertiggestellt sein soll. Foto: rc
Autor Raimund Cremers Schaumburger Zeitung/Landes-Zeitung 03.01.2020

BÜCKEBURG. Die Bahn wird die Bahnbrücke über die Aue zwischen Bückeburg und Minden erneuern. Rund acht Millionen Euro soll der Neubau kosten. Mit der Einrichtung von Baustraßen beidseitig der Bahnlinie im Bereich Evesen-Dankersen ist bereits begonnen worden. Bis Ende 2020 soll der Bau abgeschlossen sein, der gut einen Kilometer umfasst sowie diesseits und jenseits der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen liegt. Der Neubau hat daher auch den Titel „Grenzaue“.

Im Hinblick auf die seit Jahren laufende Diskussion um den trassenfernen oder trassennahen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Hannover und Hamm stellt das Eisenbahn-Bundesamt in seiner Plangenehmigung vom 4. September 2019 wortwörtlich fest: „Das Vorhaben dient der Aufrechterhaltung der Verfügbarkeit der Strecke 1700 im Abschnitt zwischen Bückeburg und Minden. Es ist nicht Bestandteil der Ausbaustrecke (ABS) Hannover – Bielefeld, da diese nach derzeitigem Planungsstand vor Bückeburg von der Strecke 1700 abzweigen und erst in Porta Westfalica wieder mit ihr zusammenlaufen soll.“ Die Planung diene der Aufrechterhaltung des Eisenbahnbetriebes auf dem Streckenabschnitt und der „Wahrung der Sicherheit und Leichtigkeit des Eisenbahnbetriebes“. Sie sei damit „vernünftigerweise geboten“ im Sinne des Fachplanungsrechtes.

Übriges: Nach den Planunterlagen ist die alte Aue-Brücke auf vier Gleise ausgelegt, die neue nur noch auf zwei Gleise. Das Planverfahren wird bereits seit 2014 betrieben.

Zum Erreichen der Baustelle sind Feldwege umfangreich ausgekoffert und verbreitert worden. Foto: rc

Wie eine Bahnsprecherin auf Anfrage mitteilte, könne die alte Auebrücke uneingeschränkt ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen genutzt werden. Brücken seien komplexe Bauwerke, die einem dreijährigen Inspektions- beziehungsweise Untersuchungsintervall durch den Fachbeauftragten für Konstruktive Bauwerke und den Anlagenverantwortlichen unterliegen. Im Rahmen der Inspektion würden dann die Zustandskategorie vergeben. Im Fall der Auebrücke wurde die Kategorie 4 vergeben. „Gravierende Schäden am Bauwerk, die die Sicherheit noch nicht beeinflussen. Eine wirtschaftliche Instandsetzung ist nicht mehr möglich“, wie es Experten einstufen. Oder aber auch anders ausgedrückt: Eine solche Brücke ist baufällig.

Die Bahnsprecherin rechnet damit, dass es zwischen Bückeburg und Minden temporären Einschränkung im Bahnverkehr geben wird, die aber rechtzeitig in die Fahrpläne eingearbeitet werden.

Die Auebrücke wurde 1912 errichtet. Sie ist derzeit verkehrssicher, weist allerdings Schäden auf, die bei fortschreitender Entwicklung sowohl die Standsicherheit als auch die Verkehrssicherheit beeinträchtigen können. Gebaut wird der Neubau als zweizelliger Stahlbeton-Halbrahmen mit monolithisch angebundenen Parallelflügeln, wie es im Fachjargon heißt. Mit erforderlichen Arbeiten in den Bereichen vor und nach der Brücke wird rund ein Kilometer der Bahnstrecke von dem Neubau betroffen sein. Die Arbeiten werden im laufenden Betrieb durchgeführt: Züge werden während der Baumaßnahme über eine Hilfsbrückenkette mit einer Gesamtlänge von mehr als 30 Metern fahren.

Sämtliche Genehmigungen wie etwa für Umwelteingriffe, Eingriffe in den Wasserhaushalt und den eigentlichen Neubau samt seiner Auswirkungen liegen seit September vor. Vor wenigen Tagen ist mit der Einrichtung der Baustraßen begonnen worden. Dazu wurden vorhandene Feldwege zum Teil über mehrere hundert Meter Länge ausgebaut oder neue Baustraßen über Äcker gebaut. Um den Boden zu schonen, wurde Schotter auf Planen verlegt. Alles muss nach der Beendigung des Neubaus wieder restlos und ohne Rückstände entfernt werden



Anmerkung von BI-Auetal:
Holzauge sei wachsam: „die neue Auebrücke ist für zwei Gleise ausgelegt!“ Oranger Kreis.
Damit wird baulich zementiert, daß eine Ausbau-Alternative inklusive Minden nicht in Frage kommt.
Denn es soll vor Bückeburg abgezweigt und vor Porta Westfalica eingefädelt werden. Gelbe Kreise.

Grafik-Vorlage von Bigtab.de

Eine Nachbemerkung zu diesem Beitrag: 

Eine gute Nachricht!

Laut offizieller Pressemitteilung des Eisenbahnbundesamts ist das neue Brückenbauwerk über die Grenzaue bei Eversen jederzeit von zwei auf vier Gleise erweiterbar. Das bedeutet, dass mit der Brückensanierung keinerlei Vorfestlegung für oder gegen den trassennahen Ausbau verbunden ist.
Lesen Sie hier mehr dazu.



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