Die Bahn attraktiver machen

Das Bundesverkehrsministerium BMVI unter zzt. Andreas Scheuer (CSU) hat sich u.a. das Ziel gesetzt, die Bahn attraktiver zu machen! Hurra – endlich! Die BI Auetal stellt sich voll hinter dieses Ziel.

Attraktiver machen kann man die Bahn mit:

Pünktlichkeit.

Die Bahn und der Bund haben jahrzehntelang das Schienennetz, Brücken, Bahnhöfe vernachlässigt. Die Züge müssen abbremsen, weil das Gleisbett marode ist. Langsamere Regionalzüge bremsen schnelle ICEs aus, weil keine Überholtrassen angelegt sind. Viele Baustellen gleichzeitig verhindern das Einhalten der Fahrpläne. Es ist also zielführend, das Bestandsbahnnetz zu sanieren und auszubauen; und mehr Zugführer auszubilden und einzustellen, um Zugausfälle zu vermeiden.

Pünktlichkeit bedeutet insbesondere, daß Reisende ihre Anschlußzüge bekommen.

Pünktlichkeit bedeutet, daß die Fahrgastzahlen relativ planbar sind.

Pünktlichkeit bedeutet, daß jeder gerne Bahn fährt.

Jeder Fahrgast wird sicherlich die zuverlässig pünktliche – also planbare – Reise mit der Bahn der Einsparung weniger Minuten bevorzugen.

Komfort.

Genügend Sitzplätze auch für Spontanfahrerende. Funktionierende Technik wie Klimaanlage und Toilette. Verläßliche Sitzplatz-Reservierungen. Genügend Umsteige- und insbesondere Einsteigezeit… . Man kann sich trefflich darüber austauschen, wo Standard aufhört und Komfort anfängt.

Sicherlich tragen diese Punkte mehr zur Freude der Bahnreisenden bei als die Einsparung weniger Minuten Fahrtzeit.

Inlandsflüge unattraktiver machen.

Was hindert den Bund daran, endlich Kerosin genauso zu besteuern wie andere Kraftstoffe?

Was hindert den Bund daran, die übervollen Flugkorridore für die Städtehüpfer einzuschränken?

Die mit dem Klimawandel immer lauter und heftiger werdenden Proteste zu mehr CO2-Einsparung machen die Einführung einer CO2-Abgabe insbesondere für solche Reisevarianten mehr als notwendig. Wenn der Gesetzgeber nicht sogar über Inlandsflugverbote nachdenken sollte.

Und ganz nebenbei die Mehrtwertsteuer auf Bahntickets reduzieren.

Und schon ist die Bahn die Alternative schlechthin!

Entschleunigung.

Die vielen reisenden Rentner erachten es sicherlich nicht als notwendig, eine halbe Stunde Lebenszeit weniger in einem komfortablen ICE zu sitzen.

Die vielen Berufsreisenden befinden die nur wenige Minuten länger dauernde Bahnfahrt sicherlich als wertvolle Arbeitszeit; die sie während der kurzgetakteten Anreise- und Flugzeit bei der Variante Flieger nicht haben. Da lohnt sich das Auspacken des Laptops gar nicht und man ist in der Gesamtzeit nur wenig schneller am Ziel.

Die vielen Fridays for Futur-Demonstranten reisen sicherlich auch gern mit CO2-reduzierten und energiereduzierten 250 km/h durch die Lande.

Und alle genießen dabei den Gedanken, intakte Natur vor der Zerstörung gerettet zu haben und trotzdem zügig ans Ziel gekommen zu sein.

Fahrtzeitreduzierung.

Dem Menschen läßt sich mit psychologischen Tricks gut beikommen. Da wird eine Zeitmarke nur unwesentlich verändert und schon wird das als der Weisheit letzter Schluß angesehen. Der Bahn kann man mehr Selbstbewußtsein abverlangen. Eine Fahrtzeittaktung hat immer eine Vielzahl von Variationsmöglichkeiten. Die nur im Minutenbereich liegende längere Reisezeit macht auf jeden Fall den Erhalt von Natur und Lebensraum wieder wett.

 429 total views,  2 views today

Schreibe einen Kommentar