Bückeburger Aue soll weiter renaturiert werden


Landkreis könnte eigene Flächen beisteuern

Bückeburger Aue soll weiter renaturiert werden

EILSEN. Die Gruppe SPD/Grüne im Eilser Samtgemeinderat und die Nabu-Ortsgruppe Eilsen setzen sich dafür ein, dass die Bückeburger Aue weiter renaturiert wird. Konkret geht es um das von Buchholz bis Ahnsen reichende Teilstück dieses Fließgewässers.

Die unter anderem durch Heeßen (unser Bild) fließende Bückeburger Aue könnte in verschiedenen Bereichen naturnäher gestaltet werden. Foto: wk
Autor Michael Werk Schaumburger Zeitung – Landes-Zeitung 01.11.2019

EILSEN. Zwei Institutionen, ein Ziel: Sowohl die Gruppe SPD/Grüne im Eilser Samtgemeinderat als auch die Ortsgruppe Eilsen des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland setzen sich für eine weitere Renaturierung der Bückeburger Aue ein, die auch dem Hochwasserschutz dienen soll.

Die Gruppe SPD/Grüne hatte dieses Thema bereits vor mehr als einem Jahr bei einer Sitzung des Samtgemeinderates auf den Tisch gebracht. Und die Naturschützer hatten in diesem Jahr zu zwei Exkursionen eingeladen, bei denen der von Buchholz bis Ahnsen reichende Abschnitt des Fließgewässers in Augenschein genommen wurde, um entsprechende Ideen für zusätzliche Renaturierungsmöglichkeiten zu sammeln; an beiden Begehungen hatte ein beim Nabu-Landesverband Niedersachsen beschäftigter Landschaftsökologe beratend teilgenommen (wir berichteten).

Samtgemeinde muss Träger sein
Wie von Heinz-Hardy Hoffmann, grüner Ratsherr im Eilser Samtgemeinderat und Nabu-Mitstreiter, zu erfahren ist, hat es kürzlich ein Gespräch zwischen jenem Landschaftsökologen (Christian Höppner) und dem Amt für Kreisstraßen, Wasser- und Abfallwirtschaft des Landkreises Schaumburg gegeben. Dabei habe die Behörde mitgeteilt, dass der Landkreis durchaus bereit sei, solche Renaturierungsvorhaben zu unterstützen; und zwar – was „entscheidend“ sei – auch durch das zur Verfügung stellen von kreiseigenen, ufernahen Flächen. Maßnahmenträger für derlei Projekte müsste jedoch die Samtgemeinde Eilsen sein.

Laut Hoffmann liegen der Samtgemeindeverwaltung sogar Planungen für noch nicht realisierte Hochwasserschutzmaßnahmen vor, die bereits vor rund 15 Jahren im Auftrag des Landkreises Schaumburg von einem Fachbüro ausgearbeitet worden sind: „Es muss also nicht groß neu geplant werden“, betont er. Denn, so führt er weiter aus, hätte man die damals konzipierten Hochwasserschutzmaßnahmen verwirklicht, wären diese zum Teil in Form einer Renaturierung der Bückeburger Aue erfolgt, auf der heute das Hauptaugenmerk liege.

Beantragung von Fördergeldern ist kompliziert
„Wir versuchen erst mal, ein kleines Projekt zu stemmen“, ergänzt Hoffmann. Danach komme dann gegebenenfalls „das große Ganze“ dran. Vor der Umsetzung einzelner Renaturierungsmaßnahmen muss ihm zufolge aber wohl erneut ein Planungsbüro eingeschaltet werden, da die Beantragung der benötigten Fördergelder beim Land Niedersachsen recht kompliziert sein soll.

Matthias Dornbusch, der Leiter des Amtes für Kreisstraßen, Wasser- und Abfallwirtschaft, bestätigt auf Anfrage dieser Zeitung, dass der Landkreis Schaumburg zusätzliche Renaturierungsprojekte im Bereich der Bückeburger Aue unterstützen würde. „Wir sind da offen“, sagt er.

Sinnvoll wäre es ihm nach freilich, wenn etwaige Ideen der Kommune oder der Nabu-Ortsgruppe frühzeitig mit dem Landkreis besprochen werden, zumal dieser als Genehmigungsbehörde bei derartigen Vorhaben letztlich ohnehin „immer mit im Boot“ ist. Und bei Ortsbesichtigungen könne man auch abschätzen, ob die jeweils vorgeschlagenen Einzelvorhaben genehmigungs- und förderfähig sind.

Nach Auskunft von Dornbusch kommen bezüglich der Finanzierung im Grunde zwei Fördertöpfe des Landes Niedersachsen infrage: Der eine ist für die „naturnahe Entwicklung von Fließgewässern“ gedacht, wobei aus diesem Programm bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten bezuschusst werden können. Ein Teil des danach verbleibenden Restbetrages (Eigenanteil) könnte gegebenenfalls vom Landkreis Schaumburg getragen werden. Das andere Förderprogramm indes ist für den „Hochwasserschutz im Binnenland“ aufgelegt worden. Doch dürfte es daraus „momentan vermutlich keine Förderung“ für Hochwasserschutzmaßnahmen in der Samtgemeinde Eilsen geben, da die begrenzten Mittel in der Regel für Maßnahmen an größeren Gewässern eingesetzt werden, deren Gefährdungspotenzial größer ist als das der Bückeburger Aue.

Laut Dornbusch könnte der Landkreis eine weitere Renaturierung der Bückeburger Aue in der Tat auch durch das Zur-Verfügung-Stellen kreiseigener Flächen unterstützen. Als Projektträger würde sich der Landkreis indes nicht betätigen. Denn zum einen ist dies personell sehr aufwendig, zum anderen will der Landkreis nicht das Risiko tragen, dass einkalkulierte Fördergelder im Nachhinein gestrichen werden, wenn bei der Planung Fehler gemacht worden sein sollten.

Nach Information von Hoffmann wird die Ratsgruppe aus SPD und Grünen dieses Thema zeitnah für eine Sitzung des Samtgemeinderates wieder auf die Tagesordnung setzen lassen.

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