20 Kilometer Tunnel? Bürgermeister glaubt, neue ICE-Trasse wird nicht zu sehen sein


Bürgermeister Thomas Priemer bietet Einblicke in Planung des Verkehrsministerium

20 Kilometer Tunnel? Bürgermeister glaubt, neue ICE-Trasse wird nicht zu sehen sein

RINTELN. Seit Jahren hält die mögliche Neubau-Trasse der Bahn quer durch den Landkreis Schaumburg die Region in Atem (wir berichteten). Bürgermeister Thomas Priemer war Teil einer Delegation von heimischen Hauptverwaltungsbeamten, die bei Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) in Berlin vorstellig wurden. Er glaubt, die Trasse könnte dank eines riesigen Tunnels in Rinteln kaum sehen sein.

Autor Jakob Gokl Schaumburger Zeitung-Landes-Zeitung 28.10.2019

RINTELN. Seit Jahren hält die mögliche Neubau-Trasse der Bahn quer durch den Landkreis Schaumburg die Region in Atem (wir berichteten). Bürgermeister Thomas Priemer war Teil einer Delegation von heimischen Hauptverwaltungsbeamten, die bei Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) in Berlin vorstellig wurden, um Fragen zu beantworten.

Konkret für die Situation in Rinteln konnte Priemer in der jüngsten Ratssitzung teilweise Entwarnung geben. Für ihn steht zwar fest, dass die Umsetzung des Deutschland-Taktes kommen wird, „die Frage ist nur noch, wo und wie“. Ab Sommer 2020 soll ein Bürgerbeteiligungsverfahren laufen. Änderungswünsche sollen dabei aufgenommen werden. Er habe nur eine sehr geringe Sorge, dass die neue Trasse in Rinteln überhaupt sichtbar sein werde, betonte der Bürgermeister. Er hält eine weitläufige Tunnellösung für sehr wahrscheinlich. Angesichts des Milliarden-Volumens, über das man beim Deutschland-Takt spreche, „ist es nicht unmöglich, dass eine teurere Trassenvariante gewählt wird“. Auch eine bis 20 Kilometer lange Tunnellösung hält Priemer explizit für möglich.

Er gehe aber auf jeden Fall davon aus, dass in der Region gebaut werde. Bei der Betrachtung der Neubau-Trasse dürfe außerdem nicht vergessen werden, dass diese auch für den Güterverkehr genutzt werden solle. Und dieser könne nur über eine minimal geneigte Strecke fahren. „Sehen Sie sich das Weserbergland an“, sagte Priemer, „um das zu erreichen müssen sie weit und tief in den Boden.“ Eine oberirdische Strecke sei schon allein physikalisch schwer zu realisieren.

Heinrich Sasse (WGS) konnte den Optimismus des Bürgermeisters nicht teilen. „Wir dürfen den Bürger nicht in falscher Sicherheit wiegen.“ Carsten Ruhnau (SPD) appellierte ebenfalls an den Rat, man müsse in der Sache dennoch wachsam bleiben. Veit Rauch (CDU) betonte, man müsse mit allen Kommunen der Region gemeinsam vorgehen.

Schreibe einen Kommentar