ICE-Tunnel unter der A2?


Personen- und Güterzüge müssen 300 km/h fahren / Landrat und Schaumburger Bürgermeister fordern Infos zur Bahntrasse

ICE-Tunnel unter der A2?

ICE´s mit 300 km/h am Tag und nachts Güterzüge, dafür sollen die Bahnverbindung Hannover-Bielefeld und die Züge künftig ausgelegt sein. Wo die notwendige Bahntrasse verlaufen wird, konnte Staatsekretär Enak Ferlemann den Schaumburger Bürgermeistern und Landrat Jörg Farr noch nicht sagen. Die Planungen laufen.

Autor Kerstin Lange Schaumburger Zeitung 15.10.2019

LANDKREIS. Im Bundesverkehrsministerium hat man festgestellt, dass Züge künftig 300 Stundenkilometer schnell fahren müssen, die vor einigen Jahren festgelegten 250 km/h Höchstgeschwindigkeit würden nicht ausreichen und daher revidiert. ICE´s und Strecken sollen zukünftig auf 300 km/h ausgelegt werden. Neubaustrecken würden so gebaut, dass nachts auch Güterverkehre abgewickelt werden, was besondere Anforderung an maximale Steigungen stellt. Diese dürfen 12,5 pro Mille nicht übersteigen.

Für die Region bedeutet das, dass eine durchgängige oberirdische Führung entlang der Autobahn 2 nicht möglich ist, wohl aber eine weitgehend unterirdisch geführte Tunnelvariante. Auch ein Ausbau der vorhandenen Bahntrasse ist auf ganzer Strecke, im Hinblick auf die Linienführung und bestehende Engpässe in den Orten, nicht wahrscheinlich.

Der geplante Trassenaus- oder -neubau der Bahnstrecke zwischen Hannover und Bielefeld ist in der Region in aller Munde. Über die Planungen lässt das Bundesverkehrsministerium die Bürger derzeit im Ungewissen. Daher haben sich die betroffenen Bürgermeister der Region und Landrat Jörg Farr am Montag auf den Weg nach Berlin gemacht, um Klarheit zu bekommen.

Beim parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, machte Farr deutlich, dass in der Bevölkerung erheblicher Unmut und Verunsicherung auch wegen der Vielzahl genannter Trassenverläufe entstanden sei und die Unklarheiten auch abträglich seien für Planungsentscheidungen der Kommunen und Vorhaben von Investoren. Der Termin in Berlin sollte dazu dienen, den Stand der Planungen des Bundesverkehrsministeriums zu klären.

Ferlemann hat daraufhin ausgeführt, das Ministerium arbeite an dem endgültigen Entwurf (3. Entwurf) des Deutschlandtaktes. Dieser solle im ersten Quartal 2020 stehen. Daraus wäre abzuleiten, welche Geschwindigkeiten zwischen Hannover und Berlin erreicht werden müssten- je nach Streckenverlauf.

Das Ministerium beabsichtige als Kernelement des Deutschlandtaktes, Vorgaben zu sogenannten Kantenzeiten zu machen, insbesondere für Hannover, Bielefeld und Hamm. Ziel sei eine Fahrtzeitverkürzung, die sich nach dem derzeitigen Entwurf auf 30 Minuten zwischen Hannover und Hamm belaufe. Hierbei wird die gesamte Strecke betrachtet. Nach der Vorlage des Entwurfes zum Deutschlandtakt solle das Dialogverfahren durch das Land Niedersachsen beginnen und zwar noch vor den Sommerferien 2020.

Auch die Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers (SPD) und Maik Beermann (CDU) waren bei dem Termin dabei. Auf Anfrage dieser Zeitung gaben sie folgende Statement dazu ab.

„Leider gibt es nach dem Termin mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann weiterhin keine Klarheit über eine präferierte Trassenführung. Es können nach wie vor viele Varianten in Schaumburg in Frage kommen. Auch deshalb ist es begrüßenswert, dass uns erneut ein intensiver Bürgerdialog für das kommende Jahr zugesagt wurde. Darauf dränge ich seit Langem. Im Schulterschluss mit den heimischen Kommunen und Bürgerinitiativen werde ich gegenüber dem Bundesverkehrsministerium weiter die Interessen unserer Region vertreten und auf mehr Informationen drängen“, so Völlers.

„Das Gespräch mit meinem Kollegen Enak Ferlemann hat gezeigt, wie vielfältig die Entscheidungsprozesse seitens des Eisenbahnbundesamtes und der DB-Netz AG sind. Es gibt also noch keinen favorisierten Trassenverlauf sondern alle Möglichkeiten werden ergebnisoffen auf die Umweltverträglichkeit, die Wirtschaftlichkeit geprüft. Als neue Erkenntnis konnte wahrgenommen werden, dass Enak Ferlemann bestätigt hat, dass sollte eine mögliche Neubautrasse durch das Auetal verlaufen, diese nicht zwingend neben der A2 zu verlaufen hat, sondern auch eine Tunnelvariante in die Prüfung aufgenommen wird“, so Beermann.

Die mögliche neue Trasse werde die Politiker in den kommenden zehn Jahren beschäftigen. „Sie können sich darauf verlassen, dass ich als Bundestagsabgeordneter diesen Prozess eng betreuen und kritisch begleiten werde“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete.

Mehr zu dem Thema morgen auf der Lokalseite Auetal.

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